Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem der Hundebesitzer merkt, das sein bester
Freund in die Jahre gekommen ist. Der Hund liegt meistens und schläft oft, das Aufstehen fällt ihm sichtlich schwer, beim spazieren gehen trottet er hinterher und überhaupt dauert alles ein bisschen länger. Selbst der sonst so freudige Sprung in das Auto will nicht mehr so richtig klappen.
Das ist der Moment, von dem an der Hundebesitzer das Verhalten seines Hundes genau beobachten sollte, um evt. Schmerzen des Tieres frühzeitig zu erkennen.
Die meisten Hundebesitzer haben ihren Vierbeiner im Laufe der Jahre sehr gut kennen gelernt und wissen eigentlich sofort, wann mit dem Hund etwas nicht in Ordnung ist.
Bei chronischen Schmerzen des Hundes, insbesondere am Bewegungsapparat, sind die Veränderungen aber meistens nicht so offensichtlich, da es sich um einen Prozess handelt, der sich langsam entwickelt. Der Hund wird in der Regel nicht vor Schmerzen aufjaulen, wenn er ständig Rückenschmerzen hat oder ihm die Gelenke schmerzen.
Wenn der Hund nach dem aufstehen z.B. schlecht hochkommt, lahmt und sich erstmal einlaufen muss könnte eine Arthrose in einem oder mehreren Gelenken vorliegen. Knickt er mit einem oder beiden Hinterläufen ab und zu ein oder hat er auf einmal keine Lust mehr zu springen, könnte eine Wirbelsäulenerkrankung vorliegen.
Im Rahmen des Alterungsprozesses nehmen degenerative Gelenkerkrankungen wie z.B. Arthrose zu, aber auch Wirbelsäulen -oder Bandscheibenerkrankungen können für den Hund sehr schmerzhaft sein.
Bei älteren Hunden ist es daher wichtig, regelmäßige Untersuchungen beim Tierarzt durchführen zu lassen, da natürlich nicht nur der Bewegungsapparat anfälliger für
Störungen sein kann sondern im Alter auch z.B. Erkrankungen des Herzkreislaufsystems oder des Magen-Darm-Trakts zunehmen können.
Ziel der Hundephysiotherapie beim älteren Hund ist die Erhaltung der Lebensqualität.
Voraussetzung dafür ist die Schmerzlinderung bzw. Schmerzfreiheit sowie Erhalt der Beweglichkeit.
Zur Schmerzlinderung stehen Behandlungsmöglichkeiten wie z.B. Massagen, Wärme- und Kältepackungen, Magnetfeld- und Elektrotherapie zur Verfügung.
In vielen Fällen kann durch die schmerzlindernde Behandlung der Hundephysiotherapie die Gabe von Schmerzmitteln verringert werden.
Zum Erhalt der Gelenkbeweglichkeit bieten sich Gelenkschonende Übungen wie z.b. passives Bewegen oder Schwimmen an.
Um die Muskulatur zu stärken, die als Stoßdämpfer für die Gelenke dient, sind
Übungen für den Muskelaufbau zu empfehlen.
Allerdings ist bei älteren Hunden mit Vorerkrankungen bei aktiven Übungen Vorsicht geboten. Auch ist bei älteren Hunden die körperliche Aktivität nur bis zur Toleranzgrenze möglich, d.h. bei Erschöpfung des Tieres muss sofort abgebrochen werden.
Im Rahmen der Hundepysiotherapeutischen Behandlung wird die Therapie natürlich individuell auf jeden Hund abgestimmt und auf den Allgemeinzustand des Hundes ausgerichtet. Zusätzlich bekommt der Hundebesitzer Übungen bzw. Hilfsmittel gezeigt, die er zuhause mit dem Hund selbst durchführen bzw. anwenden kann, um die Therapie aktiv zu unterstützen.
Ich freue mich jedes Mal, wenn mir der Hundebesitzer bereits nach kurzer Zeit mitteilt, das sein vorher müder und antriebsloser Hund auf einmal wieder anfängt zu spielen, mehr Spaß am spazieren gehen hat oder einfach irgendwelche Dinge tut, die er schon lange nicht mehr gemacht hat. Natürlich wird aus einem alten Hund kein junger Hüpfer mehr, aber das Alter an sich ist ja auch keine Krankheit!